Gemeinde Burgdorf

Die Gemeinde Burgdorf besteht aus den Orten Berel, Burgdorf, Hohenassel, Nordassel und Westerlinde und ist die flächengrößte Gemeinde und bildet den nördlichen Abschluss des Gebietes der Samtgemeinde Baddeckenstedt.

Die Einwohner schätzen insbesondere die kurzen Wege zu der nahe gelegenen Stadt Salzgitter, die über gut ausgebaute Busverbindungen erreichbar ist. Die Gemeinde Burgdorf bietet den Einwohnern eine alternative Wohnqualität zum Leben in der Stadt, gleichwohl ergeben sich kurze Wege zum nahe gelegenen Gebiet von Salzgitter-Lebenstedt durch die gute Busanbindung. Durch die direkte Lage an der Autobahn 39 sind die Oberzentren Braunschweig und Hannover in kurzer Zeit erreichbar.

Fläche der Gemeinde km²  24,06
Einwohner Grundlage Zensus 2022 (Stand: 30.09.2025)    2.066


Verkehrsanbindung über die Straße

Autobahn 39 (Abfahrt Westerlinde)
Autobahn 7 (Abfahrt Salzgitter/Goslar)

Verkehrsanbindung über die Bahn
Baddeckenstedt (Hannover/Bad Harzburg)
SZ-Lebenstedt (SZ-Lebenstedt/Braunschweig)

Allgemeine Verwaltungsvertreterin der Gemeinde Burgdorf ist Sandra Bettels.

Burgdorf

1984 feierte ganz Burgdorf die 1000jährige Erwähnung der Hesleburg-Asselburg. Diese war in der Frühzeit der deutschen Geschichte Schauplatz eines sehr wichtigen Ereignisses. Nach der Merseburger Chronik von Bischof Thietmar fand im Frühjahr 984 auf der Asselburg, damals noch Hesleburg genannt, eine Fürstenversammlung statt. Die sächsischen Adeligen trafen sich unter dem Sachsenherzog Bernhard mit den verbündeten Westdeutschen unter dem Erzbischof Williges von Mainz, um nach dem Tode Kaiser Ottos des II. seinem erst dreijährigen Sohn die Erbfolge zu sichern, die ihm der bayrische Herzog Heinrich der Zänker streitig machte. Doch der junge Otto konnte noch im gleichen Jahr in Aachen zum König gekrönt werden.

In dem „Atlas vorgeschichtlicher Befestigungen in Niedersachsen“ wird die uralte Assel- oder Hesleburg als „Sitz der Grafen von Assel im Ambergau“ aufgeführt. Mit dem Grafen Otto von Assel starb das Geschlecht im Mannesstamm aus. Der Besitz kam je zur Hälfte an die Welfen und den Bischof von Hildesheim (bis 1523). Die Burg selbst wird wohl bald nach der Erbauung der Höhenburg Lichtenberg durch Heinrich den Löwen an Bedeutung verloren haben. Letztmals wurde sie 1202 erwähnt.

Im Jahre 1596 wurde der Großvogt Arend von Kniestedt, Besitzer des Gutes Kniestedt, mit den Gütern der ausgestorbenen Linie derer von Assel belehnt. Die Nachfahren behielten dieses Rittergut bis 1834. Der Oberforstmeister und Hofrat Georg Heinrich Gottschalk von Kniestedt erbaut 1779 auf dem Gelände der alten Asselburg das jetzige Herrenhaus, von den Burgdorfern Schloß genannt. Vermutlich war er es auch, der die wertvollen Eichen (Furniereichen) - besonders im Bereler Ries anpflanzen ließ.

1845 erwarb Freiherr Carl August Adolph von Cramm/Lesse das Rittergut. Sein Nachfolger war sein ältester Sohn Burkhardt von Cramm. In den 80er Jahren war er Bevollmächtigter des Herzogs von Braunschweig im Deutschen Bundesrat in Berlin. Er setzte sich für den Bau der Braunschweiger Landesbahn von Lichtenberg nach Derneburg ein. Auch war er ein Befürworter der Brockenbahn. Eine der beiden ersten Schmalspurlokomotiven auf dem Brocken hieß „von Cramm, Burgdorf“. Anfang dieses Jahrhunderts ging das Gut in Konkurs.

Im Jahre 1910 war der größte Teil der Ländereien verkauft, und die Familie nahm Abschied von Burgdorf. Das Schloß und die Restländereien kaufte der Freiherr Robert von Dobeneck. Er verstarb 1926. Seine Witwe heiratete 1927 den Grafen Strachwitz. Sie war sozial sehr engagiert. So beschenkte sie nicht nur die Burgdorfer Kinder und die Schule in großzügiger Weise, sondern stellte im 1. Weltkrieg auch Schloßräume und den Park für verwundete Soldaten als Erholungsmöglichkeit zur Verfügung.
In den 20er Jahren war die Familie von Dobeneck für die sportliche Laufbahn des jungen Gottfried von Cramm aus dem benachbarten Oelber a.w.Wege von Bedeutung. Durch ihre Verbindungen zu den damaligen Tennisgrößen in Berlin wurde der spätere „Tennisbaron“ entscheidend gefördert. Auf den Tennisplätzen im Burgdorfer Park traf häufig die damalige Tenniselite zusammen.

Nach dem 2. Weltkrieg wurden im Schloß zahlreiche Vertriebene untergebracht, und es wurde eine Kapelle für die Katholiken eingerichtet. 1985 erwarb Familie Haase aus Göttingen das Anwesen mit den Ländereien.
Das restaurierte Schloß mit allen Nebengebäuden, der Toreinfahrt und die gepflegte Parkanlage mit dem alten Baumbestand stehen seit 1994 unter Denkmalschutz.

Urkundlich wurde Burgdorf erst sehr viel später als die Hesleburg erwähnt, und zwar als „Borchtorp“ im Jahre 1243. Es ist aus zwei älteren Siedlungen „Altes Dorf“ (Borchasle?) und Steinum (Stenem) hervorgegangen. Während die Lage des „Alten Dorfes“ als Flurbezeichnung erhalten ist und durch mittelalterliche Scherbenfunde bestätigt wurde, kann die Wüstung Steinum nicht mit Sicherheit lokalisiert werden. Die Zusammenlegung der beiden Siedlungen mit dem Burgfried (an der Südseite des Kirchhofes), der Kirche und der Burg war wohl gegen Ende des 15. Jahrhunderts abgeschlossen.

Die fast 1000jährige Wehrkirche in der Dorfmitte hat einen romanischen Turm mit einer Turmhaube von 1766. Die Kirche, der Kirchhof mit dem Denkmal für die Gefallenen der Weltkriege und das Pfarrhaus stehen unter Denkmalschutz.
Durch Burgdorf führten zwei wichtige Straßen: von Osten nach Westen die Halberstädter Heerstraße über Hildesheim nach Minden und von Süden nach Norden die Nürnberger Heerstraße.
Im 30jährigen Krieg wurde das Dorf zweimal fast vollständig zerstört, 1640 durch die Kaiserlichen und 1642 durch die Schweden.

Die Struktur Burgdorfs hat sich lange Zeit erhalten. Nach der Separation und der damit verbundenen Neuvermessung und -verteilung ergibt sich folgendes Bild der Zusammensetzung der Dorfgemeinschaft im Jahre 1864:
1 Gut
3 Halbspänner
3 Großkotsassen
14 Kleinkotsassen
6 Halbkotsassen
14 Brinksitzer
12 Halbbrinksitzer
10 Anbauer

Vor etwa 200 Jahren kamen die ersten Anbauer nach Burgdorf. Sie waren wie die Brinksitzer und auch einige Kleinkotsassen in der Hauptsache Handwerker oder Tagelöhner auf dem Gut. In dem ursprünglich bäuerlich geprägten Dorf existieren heute nur noch 5 landwirtschaftliche Betriebe. Von den nach dem 2. Weltkrieg noch fast 20 selbständigen Handwerkern gibt es keinen mehr.

Das erste Neubaugebiet entstand Ende der 50er Jahre am Bereler Berg. 10 Jahre später kam eine größere Siedlung in Richtung Hohenassel dazu. Seit zwei Jahren entsteht am Dorfgraben ein weiteres Wohngebiet.
Burgdorf hat noch ein intaktes Vereinsleben (Sport- und Gesangverein, Feuerwehr, Reichsbund, Schweinekasse). Dazu gibt es ein reges Gruppenleben im kirchlichen Bereich. Seit Jan. 1995 treffen sich regelmäßig beim „Krüger Stübig“ die Freunde der plattdeutschen Sprache. Erwähnenswert ist noch die zur 1000-Jahr-Feier eingerichtete Heimatstube in der alten Schule, die nach Voranmeldung jederzeit besucht werden kann.

Aus der Festschrift übernommen von Herrn Sigurd Baltin


Nordassel

Die erste urkundliche Erwähnung des Dorfes, die mit hoher Wahrscheinlichkeit Nordassel meint, erfolgte 1243 unter dem Namen Asle. Erst ab 1316 erscheint die Bezeichnung Northasle. Die enge Beziehung des Ortes zur Asselburg in Burgdorf wird, wie auch bei Hohenassel, durch die Namensgebung deutlich.
Hesle -> asle -> assel bedeutet ursprünglich Gestrüpp oder Wald.

Von der etwa 25 km entfernt liegenden Kreisstadt ist Nordassel mit den übrigen Ortsteilen der Gemeinde Burgdorf dieses nordwestlichen Kreisabschnittes durch die Stadt Salzgitter getrennt. Es liegt unmittelbar an der Grenze des ehemaligen Herzogtums Braunschweig zum Fürstbistum Hildesheim, das seit 1815 zum Königreich Hannover gehörte. Knapp 500 m vom Ortsrand entfernt sieht man in der Feldmark noch immer die alten, jetzt denkmalgeschützten Grenzsteine mit den eingemeißelten Buchstaben HB (Herzogtum Braunschweig) und KH (Königreich Hannover). Die alte Landesgrenze war gleichzeitig die Grenze zu den Gemarkungen von Nettlingen und Luttrum. Im Norden und Westen war Nordassel von der Landwehr gesichert, die sich von Berel kommend weiter am westlichen Rand des Asseler Holzes hinzog. Dort ist sie heute noch teilweise zu erkennen. Sie schützte das Braunschweiger Gebiet vor unbefugten Eindringlingen. Zwischen Nordassel und Nettlingen befand sich eine Grenzstation, der sogenannte Zingel. Hier wurde aber kein Zoll erhoben.

Lange Zeit war Nordassel ein kleines Haufendorf von rund 200 Einwohnern. Um die Mitte des vorigen Jahrhunderts wanderten etwa 10 Prozent der Einwohner zum größten Teil aus Not nach Amerika aus. Nach dem 2. Weltkrieg wuchs die Bevölkerung auf
560 (1979) stark an.

Mit seiner 1611 erbauten Fachwerkkirche besaß Nordassel ein besonderes Kleinod. Die einmalige Bauernkirche mit ihren Malereien aus dem 17. Jahrhundert fiel am 9. November 1942 einem Bombenangriff zum Opfer. Erst im Jahr 1958 konnte ein moderner Neubau, der den Namen Michaelis-Kirche erhielt, eingeweiht werden. Besondere Erwähnung verdienen die farbigen Glasfenster mit ihren Darstellungen aus der Bibel.
Zur Erinnerung an ihren Ehrenbürger Kantor Ferdinand Brandes, der länger als ein halbes Jahrhundert (1868-1921) die Nordasseler Schuljugend unterrichtete, nannte die Gemeinde eine wichtige Straße „Ferdinand-Brandes-Straße“. Außerdem erinnert der „Kantorstieg“, der Fußweg durch den Wald von Nordassel nach Burgdorf, an ihn. Er war auch der erste Feuerwehrhauptmann der 1874 gegründeten Wehr.
Feuerwehr und Gemischter Chor repräsentieren das Vereinsleben. Es gibt zwei größere Handwerksbetriebe, und ein Außenposten der Straßenmeisterei Wolfenbüttel ist hier stationiert.

Nordassel wurde als letzter Ortsteil der Gemeinde Burgdorf nach langen Verzögerungen 1998 an die Abwasserkanalisation angeschlossen. Bei der Erdgasversorgung gehörte der Ort zu den ersten.

Aus der Festschrift übernommen von Sigurd Baltin

Hohenassel

Hohenassel war bis 1965 eine eigenständige Gemeinde mit einem eigenen Bürgermeister und Gemeinderat. Im Zuge der 1. Gebietsreform im Landkreis Wolfenbüttel wurde Hohenassel als Ortsteil der damalig kleinsten Samtgemeinde Burgdorf Assel eingegliedert. 1974 erfolgte der Zusammenschluss der Gemeinde Burgdorf als eine von insgesamt sechs Mitgliedsgemeinden zur Samtgemeinde Baddeckenstedt.
Aktuell wohnen in Hohenassel 325 Einwohner -innen (Stand: September 2023)

Die drei Dörfer Burgdorf, Hohenassel und Nordassel tragen in ihrem Namen eine Ableitung zur alten Hesleburg, später auch Asleburg oder Asselburg genannt, die unmittelbar westlich des heutigen Ortes Burgdorf am Asseler Vorholz lag.

Wie Thietmar von Merseburg in seiner zwischen 1013 und 1018 verfassten Chronik überliefert, versammelten sich 984 auf der Asselburg die Anhänger Ottos III., um im Thronstreit gegen den bayerischen Herzog Heinrich den Zänker Stellung zu beziehen.
Es ist unbekannt, in wessen Besitz sich die Burg zu diesem Zeitpunkt befand. Das nach der Asselburg benannte Adelsgeschlecht erlosch im Jahre 1175.
Nach jahrelangen Erbstreitigkeiten ging das Erbe zu gleichen Teilen an den Bischof Adelog von Hildesheim und an den braunschweigischen Herzog Heinrich den Löwen. Das Dorf Hohenassel wurde 1213 erstmalig urkundlich erwähnt, im Sommer 2013 feierte man das 800-jährige Bestehen des Ortes.

Verwaltungstechnisch gehörte Hohenassel seit dem Spätmittelalter zum Amt Lichtenberg. In dessen Erbzinsregister von 1548 waren für Hohenassel vier Ackerhöfe, ein Dreiviertelhof, neun Halbhöfe, ein ganzer Hof, fünf ganze Kothöfe, fünf halbe Kothöfe und ein wüster Hof aufgelistet.
In den Jahren von 1752 bis 1754 erfolgte auf Verfügung des Braunschweiger Herzogs Carl I. eine genaue Vermessung der Ländereien des Herzogtums. Zu Hohenassel gehörten etwa 968 Morgen Land, von denen auf das Asselfeld 673 Morgen entfielen und auf das Henzenfeld, das etwa der Feldmark des wüst gewordenen Dorfes Heinzen entsprach, 295 Morgen.

Seit dem 13. Jahrhundert gehörten die damalige Kirchengemeinde und die zugehörigen Ländereien je zur Hälfte dem Hildesheimer Bischof und dem St. Blasiusstift in Braunschweig. Hohenassel hatte seit dieser Zeit keinen eigenen Pfarrer.
Zur Verrichtung der Kirchengeschäfte wurden Pfarrer aus den Nachbargemeinden verpflichtet, die diese Aufgaben aber nur gelegentlich wahrnahmen. Nach der Reformation wurde durch das zuständige Konsistorium entschieden, dass die Hohenasseler Pfarre in die Burgdorfer Pfarrei integriert und von dort seelsorgerisch betreut wird. Heute gehört Hohenassel zur ev.-luth. Kirchengemeinde Burgdorf-Assel.

Die St. Jakobi Kapelle wurde 1913 fertig gestellt und im Beisein des damaligen Regenten Herzog Johann-Albrecht eingeweiht, da die alte baufällig gewordene romanische Kapelle abgerissen werden musste. Bedeutsam ist der um 1500 entstandene gotische Flügelaltar, der Bestandteil der alten Kapelle war und heute nach aufwendiger Restaurierung im Braunschweigischen Landesmuseum besichtigt werden kann.
Nach dem Erbregister des Amtes Lichtenberg (seit 1548) hatte Hohenassel keine eigene Opferei (Schule), sondern wurde vom Opfermann aus Burgdorf mitversorgt. Im Brandkataster des Amtes Lichtenberg von 1774 ist erstmalig das Ossenkopsche Haus (heutige Wohnhaus direkt an der Kapelle) als Schule genannt. Unterrichtet wurde in der Wohnstube des Schulmeisters.


Um 1880 wurde auf Beschluss der Gemeinde am Nordwestlichen Dorfrand eine neue Volksschule mit einem Klassenraum für acht Schulklassen errichtet. Dieses Schulgebäude wurde mehrfach baulich angepasst und ab 1974 zur Grundschule für die fünf Ortschaften der Gemeinde Burgdorf baulich erweitert. Neben der Grundschule befinden sich weiterhin die Kindertagesstätte „Rasselbande“ und die Kinderkrippe, beides in Trägerschaft der SG Baddeckenstedt.

Hohenassel war bis Mitte des 20. Jahrhunderts wesentlich durch die heimische Landwirtschaft geprägt, die hauptsächlich auch für die direkte oder indirekte* Beschäftigung der Einwohner sorgte (*Zuckerfabrik Burgdorf). Massive Veränderungen ergaben sich durch die Auswirkungen des 2. Weltkrieges und der damit verbundenen Suche nach eigenen Rohstoffressourcen. Im Jahr 1943 wurde man durch eine Erdölsuchbohrung in Hohenassel fündig. Seit dieser Zeit wurde der Erdölbohr- und Förderbetrieb kontinuierlich erweitert und erreichte in den Nachkriegsjahren mit Jahresproduktionen von rund 49 Tonnen seine größte Ausbringung. Zu dieser Zeit hatte die Betreibergesellschaft BEB Brigitta und Elwerath insgesamt 141 Beschäftigte in der Betriebsstätte Hohenassel.

Ab Mitte der 50-ziger Jahre nahmen auf Grund von Konkurrenzdruck und sinkender Produktivität der Lagerstätte die jährliche Fördermenge und das Personal kontinuierlich ab. Die letzte Tonne Erdöl wurde am 25. Juli 1990 gefördert. Heute erinnert ein Industriedenkmal im Bereich der alten Betriebsstätte an die Erdölförderung in Salzgitter.

Die freiwillige Feuerwehr Hohenassel wurde im Jahr 1873 gegründet und feierte dieses Jahr ihr 150-jähriges Jubiläum. 2005 wurde ein neues Feuerwehrgerätehaus auf dem Grundstück neben dem alten Schulgebäude nach der Fertigstellung eingeweiht. Der integrierte Dorfgemeinschaftsraum einschließlich der Sanitäranlagen wurde gemeinsam mit dem SV Hohenassel erneuert.

Der SV Hohenassel wurde 1977 als Turnsportverein einer Damengymnastiksparte gegründet und ist heute als Breitensportverein mit diversen Sportarten und Sparten im Erwachsenen,- Jugend- und Kindersport aktiv. Der Verein feierte 2022 sein 45-jähriges Jubiläum.

Der Seniorenkreis Hohenassel kann mittlerweile auf sein 40-jähriges Bestehen zurückblicken und trägt wie die anderen Vereine und Institutionen zur Gemeinschaftspflege in der Ortschaft Hohenassel bei.

Die allgemeine Entwicklung nach 1945 hat das Leben in Hohenassel nachhaltig verändert.
Mehrere kleinere landwirtschaftliche Betriebe, die jeweils drei Einkaufsgeschäfte und Gaststätten, einige Handwerksbetriebe, eine Bäckerei, die Poststelle und eine Bankfiliale wurden bereits vor Jahren aufgeben bzw. geschlossen.

Aktuell gibt es in Hohenassel noch vier größere landwirtschaftliche Betriebe, die bewirtschaftet werden, sowie ein mittelständisches Unternehmen der Heizungstechnik und einen KFZ-Meisterbetrieb.
Ihren Haupterwerb erzielt die Bevölkerung heute durch die Beschäftigung in den umliegenden Industriebetrieben, dem Handel und dem öffentlichen Dienst.

Stand: 13.10.2023
Ralf Brandes



Westerlinde

Wie aus den Chroniken und alten Unterlagen hervorgeht, wird Westerlinde zum ersten Mal im Jahre 1022 in einer Stiftungsurkunde des Michaelisklosters Hildesheim aufgeführt. Der Ritter Konrad von Linnethe besaß in Westerlinde ein freies Erbgut. Das Adelsgeschlecht der Ritter von Linnethe soll im Jahre 1553 mit dem Joist von Linde ausgestorben sein. Die ersten Ansiedlungen dürften aber in den Jahren 500 - 800 n. Chr. aufgrund der günstigen natürlichen Voraussetzungen schon vorhanden gewesen sein.
Der Name Westerlinde ist in der Vergangenheit eng mit dem benachbarten Osterlinde verknüpft gewesen. Die Unterscheidung der beiden Ortschaften gemäß den Himmelsrichtungen wird erstmalig im Lichtenberger Erbregister des Jahres 1548 gemacht. Die alteingesessene ältere Bevölkerung, die teilweise noch Plattdeutsch spricht, unterscheidet die beiden Ortschaften heute noch nach der Größe: also up platt: Grotenlinne für Osterlinde und Lütschenlinne für Westerlinde.

Um 1200 waren neben dem Gut des Ritters Konrad von Linnethe noch weitere 3 Höfe bekannt. Diese 4 Meierhöfe bildeten den Kern des Dorfes Westerlinde. Um 1548 zählte man in Westerlinde 4 Ackermänner (also die Besitzer der sogenannten Meierhöfe), 1 Pfarrei (der Pfarrer bewirtschaftete auch mehrere Morgen Land), 12 Kotsassen und außerdem war die Rede von insgesamt 17 wehrhaften Männern. Die erste Vermessung der Feldmark und des Dorfes Westerlinde lässt sich anhand der Unterlagen der Herzoglichen Kammer aus dem Jahre 1751 nachvollziehen. In der damaligen Bestandserhebung gab es: 1 Pfarre, 1 Pfarrwitwenhaus, die Schule, 4 Meierhöfe, 12 Kotsassenhöfe, 6 Brinksitzerstellen.

Um 1800 hatte Westerlinde ca. 200 Einwohner. Über Jahrhunderte hinweg war Westerlinde ein klassisches Bauerndorf. Die Bewohner lebten als Arbeiter, Kleinbauern oder Bauern von der Landwirtschaft. Mit der Separation erfolgte auch in Westerlinde ab 1840 bis 1920 ein Rückgang der Höfezahl.
Es siedelten sich aber Handwerksbetriebe wie Tischlermeister, Schmiedemeister, Schuhmachermeister u. Malermeister an. Durch die fortschreitende Industrialisierung im Braunschweiger Lande hatte nach der Separation eine Landflucht eingesetzt, von der auch Westerlinde nicht verschont blieb. Landarbeiter und Kotsassen gaben ihren Besitz auf und arbeiteten in anderen Berufen. Der Bau der Reichswerke und der Wiederaufbau nach dem 2. Weltkrieg veränderten die Strukturen Westerlindes.

Westerlinde wurde im Jahre 1988 in das Dorferneuerungsprogramm des Landes Niedersachsen aufgenommen. Besonderen Wert legte man dabei auf die Erhaltung alter Bausubstanz. Im Rahmen des Dorferneuerungsprogramms wurde durch den Ausbau der Pfarrscheune ein neues Zentrum für die im Orte ansässige Feuerwehr, die Vereine und die Westerlinder Bürger geschaffen.

Das dörfliche Leben in Westerlinde ist u. a. geprägt von dem Schützenverein, dem Westerlinder Kreis und der Freiwilligen Feuerwehr.
Die Westerlinder Kirche wurde im Jahre 1874 genau an der Stelle erbaut, an der die alte Kirche gestanden hatte. Das von Pfarrer Matthias Bischoff geführte Pfarramt ist auch für die Ortschaften Binder, Wartjenstedt und Salzgitter-Osterlinde zuständig.
Westerlinde wurde in der Vergangenheit mehrfach bei dem Wettbewerb ,,Unser Dorf soll schöner werden“ ausgezeichnet. Die letzte Ehrenurkunde erhielt das Dorf beziehungsweise erhielten die Bürger im Jahre 1997 beim Bezirkswettbewerb Braunschweig.

Bereits seit Anfang der 2000 er Jahre waren die Bürger-/innen von Westerlinde mit der Planung der 380 kV-Leitung Wahle-Mecklar konfrontiert. Sehr frühzeitig hat sich regional die Bürgerinitiative „Erdkabel Innerstetal und Umgebung“ gegründet. Auch Landwirte aus Westerlinde haben sich in dieser Zeit aktiv in die Arbeit der Bürgerinitiative eingebracht. Die Planungen der bauausführenden Firma Tennet sahen den Verlauf in drei verschiedenen Varianten direkt am Dorf oder teilweise sogar um das Dorf Westerlinde unter Einhaltung des gültigen Mindestabstandes von 400m zu bebauten Flächen des Ortes vor. Je weiter das Erörterungs- und das daraufhin folgende Planfeststellungsverfahren zeitlich fortgeschritten waren, wurde ab dem Frühjahr 2013 der Bürgerprotest intensiviert.

Allein im März/April 2013 fanden 2 Demonstrationen in Westerlinde statt, an der mehr als 100 Bürgerinnen und Bürger aus Westerlinde und den umliegenden Dörfern teilgenommen haben. Ab 2017 wurde dann die seit Jahren bestehende Hoffnung/Forderung einer Erdverkabelung Realität. Die jahrelange intensive Arbeit der Bürgerinitiative und aller derer die sich daran beteiligt haben, wurde mit dem Ausbau der bundesweit längsten Erdkabelstrecke von über 11 km belohnt. In den Jahren 2018 – 2021 wurden die Bauarbeiten für die Erdverkabelung im Abschnitt A innerhalb der Strecke von Lesse bis westlich Holle realisiert.
Insgesamt hat sich bei diesem über mehr als 10 Jahre dauerndem Projekt gezeigt, dass sich organisierte und zielgerichtete Bürgerbeteiligung lohnt und Flora und Fauna keine langfristigen Schäden aufweisen, wie auch das gesamte Landschaftsbild von Westerlinde unverändert für alle Bürger-/innen und Besucher erhalten geblieben ist.

Im Frühjahr 2022 traf sich ein Arbeitskreis um die 1000 Jahr-Feierlichkeiten für Westerlinde zu organisieren. Die Feierlichkeiten begannen mit einem Open-Air Gottesdienst. Pfarrer Matthias Bischoff ging während des Gottesdienstes auf die Westerlinder Geschichte ein.

Unser Landwirt Henning Oppermann enthüllte im Rahmen dieses Gottesdienstes den von ihm gestifteten großen Stein mit einer Gedenktafel, die einen Lindenbaum und eine Windrose, sowie die Jahreszahlen 1022 – 2022 trägt. Seitlich versetzt wurde ein Lindenbaum gesetzt.

Im Verlauf des Festjahres fanden mehrere Events statt. Den Abschluss bildeten die 1000 Jahr-Spiele, die vom Schützenverein Westerlinde organisiert worden waren.

Die Westerlinder Chronik stellte ich am 07. Februar 2024 im Rahmen einer Andacht in der Westerlinder Kirche vor. Einige Exemplare dieser Chronik sind gegen eine Spende im Pfarramt Westerlinde noch erhältlich.

Frank-Rüdiger Ahrens



Berel

Ortsteil Berel - Erdwerk Berel–Lesse. Im November 2013 entdeckte Gerwin Biallas auf Google-Earth die Doppelringe in der Feldmark Berel-Lesse mit einem Durchmesser von 260 – 335 m. Es folgten der Überflug in der Wachstumsperiode, Bodenradarmessungen.

Das Erdwerk Berel-Lesse wird durch Ausgrabungen in der Feldmark Berel näher erforscht. Erdbauwerke dieser Art wurden ca. 3.000 - 4.000 Jahre vor Chr. erstellt. Nach der wissenschaftlichen Auswertung der UNI Halle Wittenberg werden die Ergebnisse mit Datierung veröffentlicht.

Die Hügelgräber im Bereler Ries schätzt man auf ca. 3000 Jahre. Art und Anlage lassen auf eine frühe Begräbnisstätte der Bereler schließen. Aus dem Bodenaushub des Hofes Heiner Bünger und bei Klaus Brunke fand Gerwin Biallas 1998 Scherben, die aus dem 1.-3. Jahrhundert stammen. (Groten Berle)
Der Hobby Archäologe Peter Eckebrecht hat in Klein Berel (Lüttjen Berle) 3024 Bodenfunde aus der älteren und jüngeren römischen Kaiserzeit (1. – 4. Jh. n. Chr.) und ab dem 7. Jh. n. Chr. bis ca. 1500 gemacht (lag beiderseits der Sangequelle). Die Bewohner zogen vor 1540 nach Berel.

Die Dissertation von Kirstin Casemir wurde bei der Philosophischen Fakultät der Georgia Augusta in Göttingen 2002 veröffentlicht. Sie kommt zu dem Schluss, dass die älteste Urkunde Ende des 8. Jahrhunderts / Anfang des 9. Jahrhunderts im Bistum Fulda erstellt sein muss. Die frühe Unterwerfung in Ostfalen 775 mit Herzog Hezilo könnte das früheste Jahr bei der Datierung der Urkunde sein. Die Region um Berel ging ab 15. Juli 815 in den Besitz des Bistums Hildesheim über. Also gibt es einen Zeitrahmen von 775 bis 815 für die erste schriftliche Urkunde. Namensbedeutung: „ber“: Im älteren Englischen, nämlich altengl. Bearo, mittelenglisch barou, das „Wald, Gehölz“ bedeutet. Name des Buches: Die Ortsnamen des Landkreises Wolfenbüttel und der Stadt Salzgitter ISSN 0436-1229/ISBN 3-89534-483-4.

Wüstung Vahlen: 1. Januar 1051 und 3. Juli 1057 wird Vahlen, heute unter der Flurbezeichnung Valthöfe geführt genannt. Peter Eggebrecht fand Hüttenlehm aber nur wenige Fundstücke.

48 Urkunden gibt es von der Gerichtstätte im Bereler Ries.

Die Ritter von Berle lebten von 1188 - 1356 auf der heutigen Hofstätte von Heinrich Löhr. Das zur 800 Jahr Feier enthüllte Wappen derer von Berle hängt heute im Dorfgemeinschaftshaus Berel.

Die Raubritterfamilie Helmhold lebte von 1659 - 1692 in Berel auf dem jetzigen Hof von Heiner Bünger.

1753 gab es 65 Hofstellen, davon waren alle Bauern, die Kleinen hatten zusätzlich einen Handwerksberuf. Um 1840 - 1870 haben über 120 Bereler das Dorf aus wirtschaftlichen Gründen nach Amerika verlassen. In Cape Girardeau County leben heute über 10.000 Menschen die ihren Ursprung in Berel haben.

1945 - 1950 kamen über 450 Flüchtlinge und Vertriebene zu uns, 21 Familien bauten sich ein Eigenheim.
1949 waren 98 Höfe und Häuser vorhanden, davon 36 Bauern, 15 selbstständige Handwerker. Seit dem 31. März 1974 ist die Gemeinde Berel aufgelöst, 1976 wurde die Schule und 1997 die Poststelle geschlossen.
101 Familien bauten oder kauften von 1965 - 2023 ihr Haus und wurden Bereler.

2023 sind 218 Häuser, 5 Bauern, 1 Hofladen, 2 selbstständige Handwerker und Gewerbetreibende vorhanden. Es gibt einen Kindergarten, ein Schießsportzentrum, den Bürgerverein Berel e.V., die Kyffhäuserkameradschaft Berel e.V., die Festgemeinschaft Berel e.V., die Junggesellen von vor 1647, die Berlschen Mädels, Biker, 2 Kegelclubs, den Förderverein Kindergarten und die Freiwillige Feuerwehr Berel.

Ortsheimatpfleger Eike Bock, 1987 – heute
Stand: 15.10.2023


Realsteuerhebesätze Burgdorf

Realsteuerhebesätze für das Jahr 2026

1. Grundsteuer
a) für die land- und forstwirtschaftlichen Betriebe (Grundsteuer A) 380 v.H.
b) für die Grundstücke (Grundsteuer B) 380 v.H.

2. Gewerbesteuer 420 v.H.

Die Hebesätze werden im Rahmen der anstehenden Haushaltsplanberatungen diskutiert und es kann demnach noch zu Veränderungen kommen.