Gemeinde Haverlah

Die Gemeinde Haverlah besteht aus den Orten Haverlah und Steinlah einschließlich Söderhof und bilden den östlichen Abschluss des Samtgemeindegebietes. Gute Verbindungen des öffentlichen Personennahverkehrs und nahe gelegene Bahnhöfe sowie die direkte Lage an der Bundesstraße 6 sichern die Mobilität. Die Gemeinde Haverlah weist eine besondere Wohnqualität auf.

Sie grenzt direkt an das Stadtgebiet Salzgitter an. Über die Bundesstraße 6 ergeben sich kurze Wege nach Hildesheim, Goslar und in die Harzregion.

Fläche der Gemeinde in km² 16,84
Einwohner Grundlage Zensus 2022 (Stand 30.09.2025)  1.530

Allgemeine Verwaltungsvertreterin der Gemeinde Haverlah ist Birgit Simons. 

Haverlah

Wann die Ansiedlung Haverlah entstanden ist, lässt sich nicht genau feststellen. Der Name des Ortes endigt auf ,,lah“ was besagt, dass es sich um eine Siedlung auf einer Waldlichtung handelt. Diese Endung findet sich in hiesiger Gegend auch in den Dorfnamen Steinlah und Wiedelah. Die erste Silbe des Dorfnamens ,,Haverlah“ erinnert an den Personennamen Havadus. Er scheint der Gründer oder Namensgeber des Dorfes in dem damals waldigen Gelände gewesen zu sein. Der Mönch Eckhard berichtet, dass im 9. Jahrhundert ein Harvadus seine Güter in dem nördlich von Haverlah liegenden Dorfe Gustedt dem Kloster Fulda geschenkt habe. Die in den Urkunden erhaltenen alten Namensformen sind „Haverloh“ und „Hauerla“. Aber schon im Jahr 1225 war die heutige Form ,,Haverlah“ gebräuchlich.

Die Stiftungs- und Ausstattungsurkunde des Kanonissenstifts Ringelheim später Kloster Ringelheim, die König Otto I. im Jahr 941 ausstellte, ist die bisher älteste Erwähnung. Darin werden auch Güter zu Haverlah und weitere Orte genannt.

Damit ist der Bestand des Ortes zu dieser Zeit gesichert, jedoch nichts über seine wirkliche Entstehung ausgesagt. Es gibt aber Bodenurkunden, die viel weiter in die Vorzeit zurückreichen und an denen sind Feld und Ort Haverlah besonders ergiebig.

Es gab in Haverlah, wie auch in anderen Orten der Umgebung, im Mittelalter ein Geschlecht, das dem niederen Adel angehörte und den Namen des jeweiligen Wohnsitzes führte. Der unfreie Rittersitz am Westabhange des Dorfes war 1225 in Besitz eines Giselbertus von Haverlah. Später ist über diesen Hof wenig bekannt. In der Heimat ist die Familie derer von Haverlah nicht bodenständig geblieben.

Nach dem Erbregister von 1548 gehörten zum Amt Liebenburg 26 Dörfer, darunter auch Haverlah.

Das Klosterland bewirtschafteten Litonen, d.h. Unfreie, die durch den Sumpfgürtel in der Niederung, der bis in das 17. Jahrhundert hinein im „Zeudertheich„ (Südteich) fortbestand, von Ringelheim getrennt waren. Für die kirchliche Versorgung der Haverlaher Litonen hatte das Kloster schon 1209 eine Kapelle an dem Standort der jetzigen Kirche erbauen lassen. Diese war nach dem Heiligen St. Servatius benannt. Wie damals üblich wurde der Friedhof um die Kapelle herum angelegt.

Neben dem Kloster Ringelheim war auch das Kloster Marienrode in Haverlah begütert. Im Jahre 1340 gab es Ärger mit dem Goslarschen Johannis-Hospital. Die Bauern waren nicht gewillt, den Zehnten für Müßiggänger und Bettler zu bezahlen, was der Bischof mit Exkommunikation ahnden wollte.

Die eigentliche Entstehung des Ortes vor über 1000 Jahren hat wohl mit einer Hofstelle auf der Pascheburg begonnen. Verhältnismäßig spät erfahren die Orte der Umgebung ihre urkundliche Erwähnung, mit wenigen Ausnahmen erst im 10. und 11. Jahrhundert, obwohl sie schon länger bestanden haben.

Schon damals war Haverlah verkehrsmäßig ein wichtiger Ort. An seiner Nordecke, wo die Pascheburg liegt, kreuzten sich bereits zu dieser Zeit wichtige Handelsstraßen. Zum einen Goslar, Lichtenberg über Gustedt, - Halberstadt, Salzgitter in Richtung Hildesheim und - Braunschweig, Ringelheim, Wallmoden, Seesen, sowie die Verbindung Kniestedt, Hainberg, Bockenem.

1481 ist Haverlahs Kapelle St. Servatius in der Bierfehde bei der Belagerung Salzgitters durch die Feinde des Bischofs Barthold II. von Landsberg zerstört worden. Die Bierfehde war nicht die einzige kriegerische Verwicklung, die Not und Tod über Haverlah gebracht hat, sondern auch die Hildesheimer Stiftsfehde, der Dreißigjährige Krieg und die Herzöge Napoleons.

Am 8. und 9. Oktober 1794 brannte fast das ganze Dorf ab. Das Feuer brach abends auf dem ,,Krom“ des Tappeschen Hofes aus. Ein kleiner Junge wollte abends noch Äpfel essen und ging mit offener Öllampe auf den Boden. Die Lampe fiel um und das blühende Dorf wurde ein Aschenhaufen. Von den damals 31 Höfen des Dorfes blieben nur 3 verschont. Der ausgebrannte Kirchturm bekam eine Spitze mit achtseitig offener Laterne.

Zu Anfang des 19. Jahrhunderts gehörte Haverlah zum ersten Male zum Königreich Preußen. Am 30. Juli 1806 nahm die allverehrte Landesmutter Königin Luise auf der Rückreise von Pyrmont nach Berlin den Weg durch das Dorf. Die Landwirtschaft nahm nach den Flurbereinigungen von 1833 und 1955 jeweils einen Aufschwung.

1861 hatte Haverlah 556 Einwohner. Die ersten Statuten einer Krankenkasse in Haverlah für Arbeiter und Handwerker sahen wöchentlich einen Groschen Beitrag vor.

Bei dem großen Brand 1754 brannte auch die Schule ab. Nachdem nun ein Privathaus vor- und nachmittags für die damals 120 Schüler genutzt wurde, baute die neue politische Gemeinde (bisher Realgemeinde) 1898 für 16.000 Mark ein massives Schulgebäude am Gänsemarkt. Der Friedhof, heute eine parkähnliche Anlage, wurde an den südlichen Rand des Dorfes verlegt. Im Sommer 1933 eröffnete die Badeanstalt am Subeek. 1996 entstanden in der Umgebung mehrere Windkraftanlagen.

Das gesellschaftliche Leben wird hauptsächlich durch die ortsansässigen Vereine getragen.

Die bekanntesten Persönlichkeiten in den Jahrhunderten waren:

Conradt Hennies 1618 – 1678, Meier mit dem größten Landbesitz im Amt Liebenburg und Schatzeinnehmer. Er und seine Familie werden geehrt durch ein Epitaph im Hildesheimer Dom.

Lehrersohn Georg Friedrich Wehrstedt 1786 – 1841. Unter anderem führte er die Erstaufführung des „Freischütz“ von Carl Maria von Weber in Braunschweig zum Erfolg.

Hermann Beims 1863 – 1931. Ein bedeutendes Mitglied der SPD zu seiner Zeit und Oberbürgermeister der Stadt Magdeburg von 1919 – 1931.

Die Familie Wecken waren bis 1911 in drei Generationen über 100 Jahre Lehrer, Küster und Organisten.

Aus der 25-Jahr Festschrift übernommen von Herrn Gustav Bruer

Steinlah

Mehrere am Ortsrand und in der Steinlaher Feldmark aufgefundene steinzeitliche Werkzeuge und Geräte bezeugen, dass bereits in der Jungsteinzeit Menschen hier ansässig waren.

Der Ort Steinlah selbst geht auf einen im bewaldeten Talgrund angelegten germanischen Edelhof zurück. Dieser Edelhof, der spätere Rittersitz, ist in der Zeit der Völkerwanderung (zwischen 300 - 500 n.Chr.) entstanden. Er hatte die Aufgabe, den Hellweg zu sichern, der am Salzgitterschen Höhenzug entlang zu den damals schon bekannten Salzquellen bei Gitter führte.

Das nach dem Edelhof benannte Adelsgeschlecht derer ,,Von Stenlo“ ist bis 1311 urkundlich nachweisbar. Aus dem nach sächsischer Art gesonderten Rittersitz wurden im Laufe der Zeit mehrere Höfe ausgemeiert, die den Grundherren lehens- und abgabepflichtig waren. Die Lehensherren der einzelnen Höfe waren nach dem Aussterben derer ,,Von Stenlo“ neben den Adelsfamilien aus den umliegenden Rittersitzen ebenso die Herren des Krummstabes, d.h. verschiedene Klöster und Kirchen. Von einem Gutsort zu einem richtigen Bauerndorf wuchs Steinlah erst, als das 2 km westlich gelegene Gustedt wüst wurde und seine Bewohner sich in Steinlah ansiedelten. Dieser Umzug in das während jener fehdereichen Zeit sicherer erscheinende Steinlah scheint 1350 abgeschlossen zu sein.

Fortan scharten sich nun um das Rittergut fünf Ackerhöfe, zwanzig Kotsassenhöfe und noch einmal zwanzig Anbauersiedlungen zu einem Haufendorf. Diese Struktur hat sich über Jahrhunderte erhalten.

Ältestes Baudenkmal des Ortes ist der trutzige, wetterharte Kirchturm, an dessen Nordwestecke das Entstehungsjahr 1447 eingemeißelt ist. Das altersschwache Kirchenschiff musste jedoch 1867 erneuert werden. Noch älter als der Turm ist der dort aufgestellte gotische Taufstein. Ob er aus einer früheren Steinlaher Kirche oder gar aus dem Grundstedter Gotteshaus stammt, ist nicht mehr nachweisbar. So bleibt als Relikt der Grundstedter Kirche nur der Kirchenschlüssel, der vor Jahren beim Pflügen auf dem sog. Grundstedter Friedhof geborgen wurde und heute auf dem Rüheschen Hof aufbewahrt wird.

Das ehrwürdige Steinlaher Pfarrhaus, ein schöner Fachwerkbau, ist die Geburtsstätte der beiden berühmten Söhne des Ortes. Ein Gedenkstein im Vorgarten und zwei Straßennamen erinnern an die beiden bedeutenden Pastorensöhne.

Der eine, Justus Erich Walbaum, hat als Schriftgießer und Schöpfer der bekannten Walbaumlettern (Walbaum-Fraktur, Walbaum-Antiqua und Walbaum-Kursiv) bei den ,,Jüngern der Schwarzen Kunst“ weltweite Bedeutung erlangt. Er lebte zwischen 1768 und 1837. Franz Anton Erich Moritz Müller (1791 - 1858) nannte sich nach seinem Geburtsort „Moritz Steinla“. Der vielseitige Künstler war Professor an der berühmten Kunstakademie zu Dresden. Er galt vor allem

als der bedeutendste Kupferstecher seiner Zeit. Für sein Schaffen wurden ihm viele Ehrungen und Auszeichnungen zuteil.

Der in Dresdner Gelehrtenkreisen hochgeachtete Moritz Steinla gehörte auch zum Freundeskreis Goethes. Bis in die dreißiger Jahre unseres Jahrhunderts galt Steinlah als das Vogeldorf im Harzvorland; denn die Handwerker und viele Landarbeiter betrieben als Nebenerwerb eine umfangreiche Vogelzucht. Die in den Dachkammern gezüchteten Kanarienvögel wurden über die Tierhandlung Ruhe in Alfeld vorwiegend nach Amerika verkauft.

Wahrzeichen des Ortes war die nach dem Dreißigjährigen Krieg auf der Anhöhe erbaute Windmühle. Zuerst als Bockmühle, später als mehrstöckige Holländermühle, war sie weithin zu sehen. Nach einem Blitzschlag im Jahre 1936 zwar ihrer Flügel beraubt, blieb die Steinlaher Mühle bis in unsere Tage ein leistungsfähiger Handwerksbetrieb, der auch durch die Errichtung einer Windkraftanlage auf modernem Stand ist.

Der im nahen Salzgittergebiet bis vor kurzem betriebene Erzbergbau, dessen Lagerstätten sich bis nach Steinlah hin erstrecken, hatte im Steinlaher Zimmermeister Bartels einen Vorreiter. Er hatte gegen Ende des vorigen Jahrhunderts die Mutung, d.h. das Schürfrecht, erworben und förderte im bescheidenen Rahmen im Gebiet der Bartelszeche das zu Tage stehende Erz. Dabei wurde in einer nahen Schwefelkiesgrube sogar das Skelett eines Krokodilsauriers gefunden.

Die meisten Steinlaher haben heute nicht mehr in der Landwirtschaft, sondern in den Betrieben im Salzgittergebiet ihren Arbeitsplatz. Im schönen Wohnort aber sind sie gern zuhause.

Aus der Festschrift übernommen von Herrn Erich Krebs 

Realsteuerhebesätze Haverlah

Realsteuerhebesätze für das Jahr 2026

1. Grundsteuer
a) für die land- und forstwirtschaftlichen Betriebe (Grundsteuer A) 425 v.H.
b) für die Grundstücke (Grundsteuer B) 425 v.H.

2. Gewerbesteuer 420 v.H.